Tipps + Tricks
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> Beseitigung von Buttersäure
Buttersäure ist eine hochkonzentrierte, ätzende Substanz, die bei Haut- und Augenkontakt schwere Verbrennungen verursachen kann. Geeignete Schutzausrüstung und sorgfältige Vorbereitung sind wichtige Voraussetzungen für eine sichere Beseitigung von Buttersäure.
Buttersäure, auch bekannt als Butansäure, ist eine farblose, ölige Flüssigkeit mit einem stechenden Geruch. Mit der chemischen Formel C4H8O2 gehört sie zur Gruppe der gesättigten Fettsäuren.
Persönliche Schutzausrüstung (sowohl gegen Buttersäure, als auch gegen das Gegenmittel, das auch ätzend ist!):
Schutzhandschuhe, Schutzkleidung/Anzug, Augenschutz und Atemschutz
Sollte es zu Hautkontakt kommen, muss die betroffene Stelle sofort gründlich mit viel Wasser abgewaschen werden. Bei Augenkontakt ist es wichtig, die Augen für mehrere Minuten unter fließendem Wasser zu spülen und gegebenenfalls vorhandene Kontaktlinsen zu entfernen.
Behandlung der Buttersäure-Kontamination durch ein Gemisch aus
ca. 70% Ethanol und ca. 30% Ortho-Phosphorsäure
Mit einem Schwamm durch Drücken auftragen und trocknen lassen. Vorgang mehrmals wiederholen. Am Ende mit Wasser gründlich abspülen.
Dies soll den Gestank beseitigen und einen Geruch von Ananas erzeugen.
Die Buttersäure sollte innerhalb von 72 h behandelt werden, weil die Substanz sonst kristallisiert und sehr schwer zu entfernen ist.
Die reine Verwendung von Wasser verteilt die Säure nur, bringt also nix!
Spiritus & Cola statt Ethanol und Phosphor wurde als Alternative getestet, hat aber nicht geholfen.
Enzymreiniger wird teilweise auch empfohlen, wurde aber bisher nicht getestet.
Achtung bei Vermischung von Gegenmitteln: Kombinationen können gefährlich sein. Mit einem zeitlichen Abstand zwischen unterschiedlichen Bekämpfungsmitteln, dürfen auch verschiedene Mittel genutzt werden. Das vorherige sollte getrocknet sein.
> Objektschutz
Risiko-Szenarien (beispielhaft):
• Bedrohung, Beobachtung, Doxxing
• Einbruch, Eindringen in den Raum, Angriffe gegen Personen und Sachen
• Sabotage (Türschlösser, Notausgänge, Ansaugeinrichtung der Belüftungsanlage)
• Vandalismus (Stickern, Graffiti, an der Glasfassade und der Außentür, Zerstörung)
• Freisetzen von Chemikalien (Buttersäure, Pfeffer, Pulver per Post)
• Störung von Veranstaltungen
• Drohnenüberflüge, Bildaufnahmen, Videografie, Ausspähung
• Angriff / Einfluss auf die Daten- und IT-Sicherheit (WLAN, Cloud, Server)
• Störungen durch Postsendungen, Cybermobbing, SPAM- Bestellungen
• Täuschungsaktionen, um Reaktionen zu testen
• Parlamentarische Anfragen
• Brandanschläge
Welches Szenario ist wie wahrscheinlich?
→ Auswertung von regionalen Vorfällen (dazu entsprechende Vernetzung)
Prinzip DSDS füt den Objektschutz
• Detektion (Schwerpunkt des zugrundeliegenden Workshops)
• Störung
• Dokumentation
• Sanktion
Detektion
Ziel: Schwachstellen analysieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen
Aufteilung des Objekts in Sektoren:
• Sektor 0: Umfeld
• Zufahrtswege, Fluchtwege
• Beleuchtung ja/nein
• Stadtmöblierung, potentiell gefährliche Gegenstände (zB lose Pflastersteine)
• Nachbarschaft (Büros, Firmen, Wohnumfeld, Baustellen)
• Strom- und Internetverteilerkästen, Trafostationen (= mögliche Angriffspunkte)
• Verstecke an denen sich Personen sammeln könnten (zB verstrauchte/ bewaldete Bereiche, Parkhaus)
• Sektor 1: Grenze
• Wie ist das Objekt umfriedet?
• Trennen, Schneiden, Überklettern, Untergrabung von Zaunanlagen
• Fahrzeuge als Werkzeug/Waffe → Durch- und Überfahrtaten
• Sektor 2: innerhalb der Grenze
• Hof, Garten, Werkstatt mit potentiell gefährlichen Gegenständen, Brandlasten wie Feuerholzlager, Haustierbereiche usw.
• Sektor 3: Gebäude (weitere Unterteilung ggf sinnvoll)
• jede Öffnung des Gebäudes ist eine mögliche Schwachstelle
• Türen, Schlösser, Fenster, Katzenklappen
• Lüftungsanlagen, An- und Abluft Heizungsanlage, Schornstein(e)
• Beklettern, z.B. an Rankhilfen, Balkonen
• (Keller-)Durchgänge zu anderen Objekten
• nicht nutzbare Notausgänge / Rettungswege
• fancy entfernte Wohnungstüren wegen Freiheit → Verlust von Brandabschnitten
• im Prinzip auch jede*r Bewohni, alle Gäste…
Detektion ist ein permanent fortlaufender Prozess!
• Perspektivenwechsel kann bei der Detektion helfen: Wie, wo, womit würdet ihr das Objekt (bspw als Fascho) stören/angreifen?
• Welche Infos zum Objekt sind öffentlich, auf Social Media abgreifbar oder werden von Schwätzer*innen weitergetragen?
• Gibt es besondere Rahmenbedingungen, die zu einer veränderten Risikolage führen können? Fußballspiele, Nazi-Demos, Jahrestage,…
• Wie bekommen wir eine Störung/Angriff rechtzeitig mit und realisieren die Situation?
Maßnahmen zur Risikominimierung
Beseitigen/ersetzen der Schwachstelle (beispielhaft):
• Zaun bauen oder mit Stacheldraht verstärken
• unnötige Brandlasten (brennbares Material) beseitigen/ sicherer lagern
• Öffnungen im Gebäude verschließen/sichern (zB Vergittern, Plexiglas, Rollläden verriegeln)
• potentiell gefährliche Gegenstände oder Wertgegenstände entfernen
• Brandabschnitte einrichten mittels (Brandschutz-)Türen
• Haustür mit Mehrfachverriegelung statt einfachem Türschloss.
• Schloss-Falle: Fallen schließen immer zu, selbst wenn die Tür nur zugezogen wird. Tür kann von außen nicht geöffnet werden.
• Haken-Verriegelung: verhindert die Aushebelung der Tür.
• Panzerriegel / Riegel wie im Burgtor
Technische Sicherheitsmaßnahmen (beispielhaft):
• Bewegungssensoren + Scheinwerfer
• Hausalarm (behelfsweise Luftdruckhupen oder ähnliches fest platzieren)
• Türspion/ Kameraspion, Gegensprechanlage
• Alarmanlage, Glasbruchsensoren → live Infos aufs Handy
• Rauchmelder
• Videoüberwachung (permanent oder per Knopfdruck) zB mittels Wildtierkamera mittels Sendefunktion
• Panikraum (sicherer letzter Zufluchtsort in dem mensch den Angriff aussitzen kann)
Organisation (beispielhaft):
• Notfallpläne für verschiedene Szenarien (Fascho-Angriff, Brand, Razzia) → siehe unten
• Einlass/Tür-Schichten, Security-Schichten
• Vernetzung & Austausch mit anderen Projekten & Personen
Personenbezogene Maßnahmen (beispielhaft):
• Training mit dem Notfallplan für verschiedene Szenarien
• Verhaltensregeln (zB Foto-Verbot, Haustür immer abschließen)
• Schutzausrüstung + Training zur Anwendung (zB Pfefferspray)
• Unterrichtung über Notfallpläne, Fluchtwege, wo ist was (zB auch Sicherungskasten, Feuerlöscher)
• Erste Hilfe Training + Material
Störung
Maßnahmen während eines Störungsfall/Angriffs
Individuellen Notfallplan umsetzen, der u.a. folgendes enthalten sollte:
• Alarm schlagen mit den festgelegten (technischen) Mitteln → alle müssen Bescheid bekommen, was Phase ist
• alle Personen sichern, keinen Menschen zurück lassen
• Schließung aller Türen, Fenster usw.
• die Störung stören → Licht & Lautstärke einsetzen (zB starkes Strobo Licht (1000 Lumen oder mehr) + Werfen von mit Kabelbindern aktivierte Taschenalarme)
• Dokumentation (siehe unten)
• festgelegte Positionen (z.B. Zaungrenze) mit abgesprochenen Mitteln verteidigen
• ggf Brände löschen
• ggf. geschlossen das Objekt über die Fluchtwege evakuieren (eine Notleiter kann sinnvoll sein)
• Umgang mit eintreffenden Cops (je nach Szenario wird das Gelände zum Tatort erklärt, alle Personalien werden aufgenommen, Spurensicherung erfolgt) → Aufteilung in Verteidiger*innen (die sich anschließend zurückziehen) und „gute Bürger*innen“, die aufräumen und Personalien angeben, kann zB ein Ansatz sein
• wichtig ist bei allen Aspekten die Arbeitsteilung: Wer macht was? → Rollenverteilung
• Mitdenken, dass nicht immer alle oder überhaupt wer da ist
→ Was kann dennoch getan werden? Oder wer kann rechtzeitig hin und Maßnahmen ergreifen?
• Kommunikation während der Störung abklären (zB Walkie Talkies (PMR Funk))
Dokumentation
Dokumentation während des Vorfalls:
• Zweck: Abschreckung, Nachvollziehbarkeit/Verfolgbarkeit zwecks Maßnahmen, Austausch, Sanktion
• Fotografieren und/oder Filmen gemäß dem Notfallplan stationär/mobil
• aufblitzendes Licht → Irritation/Schreck → Blick zur Lichtquelle (und somit Kamera) → bessere Dokumentation der Gesichter (Achtung: Lichtquelle wird möglicher Angriffspunkt zB mittels Flaschenwürfen)
• Beachte: Umgang mit gesetzlicher Vorschrift, dass nur das eigene Grundstück videoüberwacht werden darf → konforme Kamerainstallation und/oder versteckte (ergänzende) Kameras
• das Einfärben von Angreifer*innen (zB mittels Sprühdosen) kann eine Wiedererkennung unmittelbar nach dem Angriff ermöglichen
• Dokumentation nach dem Vorfall:
• Zweck: z.T. Basis für zukünftige Maßnahmen, Öffenlichkeitsarbeit, ggf. für Versicherungen oder Strafverfahren
• Gedächtnisprotokolle
• entstandene Schäden
• Handeln von Behörden
• Reaktionen der Politik
• Genesung Verletzter
• Beseitigung der Schäden
Sanktion
Was für Maßnahmen können nach dem Vorfall ergriffen werden?
• Öffentlichkeitsarbeit
• Doxxing der Angreifer*innen
• Anzeige erstatten (hat viel für und wieder…)
Weitere Schritte:
• Angriff auswerten
• Maßnahmen verbessern
• Infos in entsprechenden Netzwerken teilen, sodass sich andere Projekte entsprechend vorbereiten können
• Hilfefond etc. für Betroffene & Sachschäden
• emotionale Nachbereitung
• Schockstarre vermeiden → z.B. gemeinsame Kneipe/Grillen innerhalb von 24 Std. nach dem Angriff
Hausschutz
Mittelalterliche Burgen mit Graben und mehrstufigem Verteidigungssystem sind die idealen Vorbilder für sichere Wohnanlagen 😊. Die meisten linken Häuser haben sowas aber nicht. Die Realität ist, dass es oft keine konkrete Gesetzes- oder Verordnungslage für linke Orte gibt und auch kein Austausch zum Thema Sicherheit zwischen verschiedenen linken Projekten stattfindet. Weitere Herausforderungen insbesondere für linke Projekte ist die Diskrepanz zwischen sicherheitstechnischen Erfordernissen und szenetypischen Eigenheiten: Die Entfernung von Wohnungstüren führt zum Verlust von Brandabschnitten. Alle Bewohnenden und Gäste müssen sich an die Regeln halten. Jeder Regelverstoß ist ein Sicherheitsrisiko.
Typische Risiken für Linke Orte
Beobachten und Doxxing, Einbruch, Sabotage, Chemikalien, Störung von Veranstaltungen, IT-Sicherheit, Postsendungen (z.B. Spam-Bestellung von Pizza), Täuschungsaktionen, parlamentarische Anfragen
Risikoanalyse führt zu Maßnahmenentwicklung und Szenarienplänen
Risikoanalyse
Dazu gehört eine Aufnahme der bisherigen Sicherheitsvorkehrungen und -lücken, wie z.B. Gibt es Zäune, Einlasskontrollen, Secus, geregelte An- und Abreise, bauliche Situation etc.
Hierfür wird ein Objekt in Sektoren aufgeteilt. Sektor 0 meint das Äußere, das Umfeld. Das betrifft die „Stadtmöblierung“ wie öffentliche Mülleimer, mobile Bänke, Baustellen in der Nähe, Strom- oder Internetverteilerkästen, Trafos und Hydranten, die Nachbarschaft, Parkhäuser oder ähnliche Verstecke zum Sammeln, oder eine Straßenbahnhaltestelle für unvermittelte Angriffe. Sektor 1 ist die Grundstücksgrenze. Ist die Grenze markiert, gibt es einen Zaun oder andere zu überwindende Hindernisse? Sektor 2 betrachtet das Grundstück. Hier können leicht zugängliche Gegenstände sein, die beschädigt oder für weitere Angriffe genutzt werden können, wie gelagertes Feuerholz, offene Werkstätten und Schuppen, Pool, etc. Mit Sektor 3 ist das Gebäude an sich gemeint. Hier ist JEDE Öffnung eine Sicherheitslücke (Lüftungen, Katzenklappen, Heizung, Schornstein, bekletterbare Garagen und Dächer, Fenster, Keller- und Dachbodendurchgänge zu Nachbarhäusern.
Als Übung haben wir die Fassade des Hauptgebäudes analysiert. Risikofaktoren bestanden durch die sehr exklusive Lage mit nur einem Anfahrtsweg für die Feuerwehr, die sich leicht mit gefälltem Baum versperren ließe, der fehlenden Markierung der Grundstücksgrenze, dem unbeleuchteten Wald, es gab nur einen Hydranten in der Nähe, den man leicht manipulieren könnte, zudem war unklar, wie aufmerksam die Nachbarschaft gegenüber Störungen wäre. Man kann direkt von der Straße ans Haus, der Hausgraben war nicht vollständig, einige Kellerfenster fehlten, Einfachverglasung, alte Fenster und Türen, Vordach bekletterbar und brennbar, das WLAN hat kein Passwort, es gab lose Fahrräder, die in den Tümpel geworfen werden könnten, eine lose Holzbank, die als Ramme genutzt werden könnte, aber die Haustür stand auch offen, die Papiermülltonne war direkt am Straßenrand. Dadurch ließe sich extrem viel Schaden anrichten!
Maßnahmen gegen Störaktionen
Präventive Maßnahmen laufen nach dem Prinzip STOP Substitution (Risiken beseitigen, Telefonnummer z.B. nicht veröffentlichen), Technisch (Alarmanlagen, Brandabschnitte, Panikraum), Organisatorisch (Alarmplan, Notfallplan, Festlegen, wer welches Licht anschaltet, wer filmt usw.), Personell (Verhalten, Trainings, Schutzausrüstung, absprechen was bei Personalmangel getan wird, alle müssen wissen, wo Wasser-/Gasleitungen und -hähne sind).
laufen nach dem Prinzip DSDS Detektion (Bemerken, wer kommt mit Wache, Spion, Alarmanlage, Bewegungsmelder, Wildkamera; der größte Schwachpunkt hierbei ist der Faktor Mensch), Störung (Lautstärke, Licht, Gegenaktion, Alarm im Haus, Personen sichern, Erfolg des Angriffs schmälern, gesicherte Bereiche aufsuchen oder das Haus gesichert verlassen, wenn Leib und Leben bedroht sind. Die Abwehr eines Angriffs muss geübt und nachbereitet werden), Dokumentation (Filme, Fotos, Protokolle), Sanktion (Anzeige, Öffentlichkeit um Legendenbildung entgegenzuwirken, Doxxing der Täter).
Unmittelbar nach einem Angriff muss aufgeräumt werden, wichtig ist hierbei ein Schichtwechsel, die Abwehrenden gehen sich waschen etc., andere räumen auf. Nach einem Angriff muss die Abwehr ausgewertet werden, Maßnahmen verbessert, Netzwerke bilden, Hilfsfonds. Empfohlenes Mittel ist ein Kaffeeklatsch 24 h nach dem Angriff.
Es gibt technische Mittel zur Rolladensicherung, eine Notfall-Einhängeleiter. Weitere Hilfsmittel zur Hausverteidigung sind Pfeffer-Varianten und die Trainings-varianten oder Farbsprays und alle erdenklichen Mittel.
